
Scheitern als Chance: Romanistische Perspektiven auf Überwindung und Neubeginn
Gilt das Scheitern im Allgemeinen als Ausdruck von Misserfolg und als möglicher Auslöser von gravierenden Störungen oder gar Krisen, richtet das XLII. Forum Junge Romanistik den Blick auf das produktive Potenzial solcher Misserfolge. Gegenwärtig zeigt sich die Relevanz des Themas besonders deutlich im Kontext globaler Polykrisen: Kriege, Naturkatastrophen sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen treten nicht nur gleichzeitig auf, sondern verstärken sich vielfach gegenseitig. Auch die Romanistik bleibt von diesen Entwicklungen nicht unberührt: Neben der Auseinandersetzung mit diesen verschiedenen Dimensionen des Scheiterns als Forschungsthemen sieht sie sich zugleich mit eigenen strukturellen Fragen konfrontiert, etwa hinsichtlich des Umgangs mit Künstlicher Intelligenz, sinkenden Studierendenzahlen, zunehmendem Stellenabbau und ökonomischen Engpässen.
Hier eröffnet sich ein Handlungsraum für die wissenschaftliche Beschäftigung seitens der Philologien. Mit ihren hermeneutischen, historischen wie auch empirisch-analytischen Verfahren ist die Romanistik dafür prädestiniert, unterschiedlichste sprachliche sowie kulturelle Prozesse des Scheiterns zu reflektieren und den Fokus nicht einzig auf das Momentum des Misserfolgs, sondern ebenso auf das ‚Danach‘ zu richten, nämlich den Prozess der Überwindung und des Neubeginns.
Mit dem Forum Junge Romanistik 2027 in Münster möchten wir nicht nur auf das Scheitern als Prozess an sich blicken, sondern auch auf seine Überwindung, gemäß der Frage: Inwiefern kann das Scheitern in der romanistischen Forschung als produktiver Impuls für Innovation, theoretische Weiterentwicklung und (inter-)disziplinäre Neuorientierung verstanden werden? Das 150-jährige Bestehen der Münsteraner Romanistik im Jahr 2026 bietet dabei einen besonderen Anlass, die eigenen philologischen Traditionen nicht nur retrospektiv zu würdigen, sondern sie zugleich im Horizont gegenwärtiger Herausforderungen und zukünftiger Entwicklungen des Faches kritisch zu befragen. Dazu lädt das Romanische Seminar der Universität Münster vom 17. bis zum 19. März 2027 zum XLII. Forum Junge Romanistik ein und möchte auch im kommenden Jahr engagierten NachwuchswissenschaftlerInnen eine Plattform bieten, um ihre Forschung zu diskutieren.
Der Call for Papers mit Spezifikationen zu den einzelnen Teildisziplinen und möglichen Anknüpfungspunkten kann hier heruntergeladen werden (gültig vom 01. Juli bis 18. Oktober 2026):
Die Einreichung erfolgt über die Plattform Indico: https://indico.uni-muenster.de/e/fjr27